Wir wurden herzlich vom Mannschaftsführer von Memmingen begrüßt, wenn auch schon mit einem Wort des Bedauerns wegen unserem Abstieg; es war nicht klar, wie viele Mannschaften von oben in unseren Bezirk absteigen und damit in Folge, wie viele Mannschaften aus der Schwabenliga I absteigen werden? Am Ende des Spieltages war diese kurze Verwirrung sowieso obsolet.
Brett 1 mussten wir leider offenlassen, dafür war zugleich der Gegner von Lorenz an Brett 5 nicht anwesend.
In den Eröffnungen waren alle Partien ausgeglichen bis auf die Partie von Pawel an Brett 3, da sein König am Ende der Eröffnungsphase nicht rochiert hatte. In der Eröffnung war es noch kein Problem, nur Zug um Zug wurde sein König auf Dauer in der Mitte festgehalten bei sich öffnenden Turmlinien und vorhandenen Damen mit aktivem gegnerischem Springer. Die Partie ging leider verloren.
Jonathan an Brett 4 spielte eine solide Partie. Sein Gegner hatte einen vorgerückten isolierten Bauer auf d5, der einfach zu verteidigen war. Diese dauerhaft notwendige Verteidigung des Bauern auf d5 verhinderte zugleich, dass Weiß auf der c-Linie mit Dame oder Turm aktiv werden konnte. Nur galt das gleiche für Jonathan: er musste den Druck auf d5 aufrechterhalten und war ebenso gebunden. Nach Zugwiederholung einigte man sich auf Remis.
Stefan an Brett 8 hatte ein gleichstehendes Dame-Turm-Endspiel, das zu einem Remis führte.
Thilo an Brett 7 spielte ein überragendes Bauern-Endspiel mit Bauern auf beiden Seiten des Brettes. Thilo holte sich einen Freibauern auf der h-Linie und zog dann überraschend seinen König zurück in das Quadrat des schwarzen c-Bauern, der sich gegen durch die Bauern auf dem Damenflügel auf den Weg machte. Thilo hatte erfolgreich einbezogen, dass der schwarze König nicht direkt nachsetzen konnte, weil er durch die weißen Bauern in den möglichen Eintrittsfeldern blockiert war. Ein technisch sehr feiner Sieg.
Leider verlor Hans an Brett 2 seine Partie; hier habe ich nach der Eröffnung den Verlauf leider nicht gesehen.
Bei Wolfgang an Brett 6 war die Partie in der Eröffnung gleichstehend, nur wirkte sich dann der Anzugsvorteil von Weiß dahingehend aus, dass der Zentrumsbauer auf e5 nicht mehr zu überdecken war. Der darauf folgende Abtausch führte zu einem Stellungsnachteil, der nicht mehr zu kompensieren war.
Alles in allem, hatten wir an diesem Spieltag im Besonderen und über die ganze Saison das Gefühl, es wäre mehr drin gewesen, nur hätte, hätte, Fahrradkette.
Am Rande: Memmingen hat ein sehr schönes Spiellokal. Für uns hatte sogar die Gaststätte mit Biergarten an dem Sonntag geöffnet. Die dortigen Pizzas kann ich (Lorenz) sehr empfehlen.
